Geschichte
Eine dauerhafte Besiedelung in unserem Gebiet war erst in der Mittelsteinzeit möglich 8000 bis etwa 3000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Die allgemeine Klimaerwärmung ließ die Mischwälder entstehen, hervorragende Jagdgründe.
Jäger und Sammler erweiterten ihre Jagdgründe auf die Gewässer, sie wurden zu Fischern. Ab dem 3. Jahrhundert u.Z. verließen der überwiegende Teil der germanischen Bevölkerung die Region, im Zuge der Völkerwanderung wurde sie fast menschenleer. Im 7.und 8.Jahrhundert nahmen Slawen das Gebiet in Besitz. In unserer Nähe, in Menzlin entstand ein Handelsplatz von Slawen und Wikingern.
Ausschnitte aus der Geschichte unserer Orte
Im Jahre 2006 wurde die Gemeinde Schmatzin 60 Jahre alt. Sie entstand im Zuge der Bodenreform nach 1945. Die Orte sind jedoch bedeutend älter.
Ersterwähnung
Schmatzin, ein altslawischer Ort, wurde 1168 unter der Bezeichnung Spacenitz im Lande Gozchowe (Gützkow) im Bestätigungsbrief Bischof Conrads an das Kloster Grobe erstmalig erwähnt. In den Urkundenbüchern kommt der Ort Schmatzin erst viel später vor, nämlich 1520.
Die urkundliche Ersterwähnung Schlatkows erfolgte 1168. Es gehörte dem Kloster Grobe bei Usedom. In einer erhaltenen Urkunde von 1175 wird dieser Besitz nochmals durch Herzog Kasimir I. bezeugt.
Im 13. Jahrhundert hat unsere Region eine wahre „Ersterwähnungswelle“ zu verzeichnen. Das liegt sicherlich an den umfassenden Aktivitäten des Bamberger Bischofs Otto I., der auf seinen langen Reisen die heidnischen Slawen zum Christentum bekehrte, sowie an dem Slawenherzog Barnim I., unter dessen Herrschaft Pommern allmählich deutsche Prägung annahm.
Am 13. Dezember 1254 wird Schlatkow vom Klosterdorf zum Rittergut, ein Indiz für die fortschreitende Christianisierung des nach der Völkerwanderung von slawischen Siedlergruppen bewohnten Gebietes nördlich der Peene.
Barnim, mit dem Titel „der Erste“ ausgestattet, bezeugt gemeinsam mit Wartislaw III. einen Tausch der Dörfer Jalendin, Neprimin, Salentyn, Stobeno und Poretze gegen den Ort Schlatkow, abgeschlossen zwischen dem Kloster Usedom und dem Ritter Tammo. Gleichzeitig befreiten sie die Einwohner von allen Abgaben und Diensten.
Das Rittergut Schlatkow hatte im Laufe der Jahrhunderte mehrere namhafte Besitzer, ca. dreieinhalb Jahrhunderte die Familie von Horn. 1391 wird ein Claus Horn genannt. Spätere Besitzer die Familien von Kreplin, von Wolffradt, Mönnich und von Nathusius.
1848 wurde Wolfradshof als Vorwerk von Schlatkow gegründet.
Wappen der Familie von Horn

Die Schwedenzeit
Am 26.06.1630 landete Schwedenkönig Gustav II. Adolf in Peenemünde. Mit dem „Westfälischen Frieden“ endete 1648 der 30-jährige Krieg. Im Ergebnis des Dreißigjährigen Krieg wurde unserer Region schwedisch. Gekämpft, belagert und geteilt wird in Pommern weiterhin. Die Kirchenakten von 1726: „Zu Beginn des 18.Jahrhunderts trat der Schwedenkönig Karl XII. an die Spitze des Reiches und der Boden, auf dem wir wohnen, hat damals viel Kriegslärm und viel Kriegsnot gesehen.
Die schwedische Landvermessung
Die Schweden erforschen die Lage und wirtschaftliche Situation ihrer neuen Besitztümer. 1694 kartierten Peder (Petro) Wising Schmatzin und Oloff (Olaus) Spaak Schlatkow. Diese einmaligen Zeitzeugnisse sind im Landesarchiv Greifswald unter dem Begriff Matrikelkarten erhalten.
Die Landesvermessung wurde von schwedischen Landmessern im Auftrag der schwedischen Krone vorgenommen und sollte die Grundlage fuer die Erhebung von Steuern in diesem Gebiet bilden. Eine Revisionsvermessung einige Jahre spaeter stellt dar, wie Kriegsfolgen (Aufgabe von Hoefen, Oedland) verarbeitet werden konnten (Neuansiedlungen). Genaue Informationen zu jeder Karte bzw. den verwendeten Signaturen finden sich in Textbaenden.

Auch finden Kirchenvisitationen der Schweden statt, in Schlatkow 1671. Die Dokumente können sie in unserer Ausstellung sehen.
Der Waffenstillstand zu Schlatkow 1807
Der Waffenstillstand zu Schlatkow 1807
Am 16. April 1807 schlossen im kleinen Dorf Schlatkow die schwedischen und die französischen Truppe ein Waffenstillstandsabkommen. Die Schweden wurden in in Anklam empfindlich von den napoleonischen Truppen geschlagen und suchten ihr Heil in der Flucht nach Stralsund in ihr sicheres Territorium. Doch irgendwie müssen die Kräfte in Schlatkow erschöpft gewesen sein und gegen 16 Uhr kamen die Generäle Mortier für die Franzosen und von Essen für die Schweden zusammen, um den Waffenstillstand zu besiegeln. Dieser war nur von kurzer Dauer, denn Napoleon hatte noch viel vor. Und was soll da ein Waffenstillstand. Am 4. Juni war es mit der Ruhe vorbei. Gustav IV.Adolph, König von Schweden kam höchst selbst nach Schlatkow um mit General Brune zu verhandeln und diesen Waffenstillstand zu verlängern. Doch nichts. Die Franzosen besetzten sofort das ganze schwedische Vorpommern. Der Krieg wogte wieder wie seit fast 150 Jahren über diesen Ort. Er lag an der Heersstrasse Stralsund und Anklam. Die Schlatkower haben einen hohen Preis für den Eintrag in die europäische Geschichte bezahlt.
Aber: Napoleon kannte Schlatkow, Karl Marx berichtet über Schlatkow, der Schwedenkönig, der Generalgouverneur von Schwedisch-Pommern Hans Henrik von Essen und zwei Marschälle des Französischen Kaiserreichs waren hier.Mortier und Brune. Wenn das nichts ist!
Mehr dazu in unserer Dauerausstellung.
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20. Jahrhundert
Überregionale Bedeutung erlangte Schlatkow auch durch die 1934 eingerichtete Pommersche Melkerschule in der Gutsanlage. Dabei handelt es sich um eine Einrichtung des Reichsnährstandes, Der Reichsnährstand war war eine ständische Organisation der nationalsozialistischen Agrarpolitik in den Jahren 1933 bis 1945.
Es erfolgte theoretischer und praktischer Unterricht mit dem Ausbildungsziel Melkermeister. Nach dem Krieg wurde die Ausbildungsstätte nicht mehr benötigt, Vieh und Land wurden in der Bodenreform enteignet und verteilt.
Nach 1945
1945 erreichten die ersten Flüchtlinge die Gemeinde, ihre Unterbringung und Versorgung stellte eine gewaltige Aufgabe dar. Unter ihnen waren tüchtige Landwirte. Jahrzehnte schwieriger, doch auch erfolgreicher, Landwirtschaft folgten, erst als Einzelbauern, dann in der LPG. Die Landwirtschaftsbetriebe der Tier- und Pflanzenproduktion und die Gemeinde Schmatzin verbesserten gemeinsam die ländliche Infrastruktur. Schließlich gab es im Territorium eine Arztstation, Sauna, Krippe, Kindergarten, Zentralschule mit Hort und Kinderspeisung, Verkaufstellen in allen Orten, Versorgung am Feld bei der Arbeit. Die Betriebe gehörten zu den besten des Bezirkes Neubrandenburg und verfügten über eine hohe Leistungsfähigkeit. Es herrschten Vollbeschäftigung und ein auskömmlicher Wohlstand.
Nach der Wende
Nach 1990 kam es mit der Wende zu einer Neuordnung der Besitzverhältnisse.
Im Ort Schmatzin übernahm Dr. Runge das väterliche Gut Schmatzin mit über 1000 ha Fläche und betreibt dort erfolgreich Feldbau. Die Agrargesellschaft Klein Bünzow mbH, Sitz Groß Jasedow, bewirtschaftet in unserem Territorium ca. 2000 ha.
Die Arbeitslosigkeit der ländlichen Bevölkerung ist hoch. Die Jugend wandert ab, eine Überalterung der Bevölkerung ist die Folge.
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